{"id":60,"date":"2009-10-26T05:08:14","date_gmt":"2009-10-26T03:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.igler.at\/?p=60"},"modified":"2009-10-26T05:08:14","modified_gmt":"2009-10-26T03:08:14","slug":"warum-das-mit-den-daten-so-kompliziert-ist-oder-real-men-dont-do-backups-they-just-cry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.igler.at\/?p=60","title":{"rendered":"Warum das mit den Daten so kompliziert ist oder Real Men Don&#8217;t Do Backups. They Just Cry."},"content":{"rendered":"<p>Heute Vormittag \u2013 ich sitze gerade an der Tastatur und arbeite still und bescheiden vor mich hin \u2013 st\u00fcrmt die beste aller Ehefrauen, sichtlich erbost, in mein Arbeitszimmer und h\u00e4lt mir anklagend ihr Mobiltelefon hin. Es sei, so sch\u00e4umt sie, eine unfassbare Frechheit des Erzeugers ihres Handys, dass besagtes Ger\u00e4t Telefonnummern, die sie ganz sicher richtig eingegeben habe, einfach nicht speichere. Oder nicht mehr hergebe. Jedenfalls habe sie ganz, ganz sicher Norberts Nummer eingespeichert, und nun sei sie nicht mehr da. Oder einfach weg. Und ich sei im Hause doch der Technikexperte, und ich solle jetzt etwas tun.<\/p>\n<p>Wenn Sie wissen wollen, was ich denke, fragen Sie am besten meine Frau. Also nehme ich ihr Samsung und sehe pflichtgem\u00e4\u00df nach. Man kann dort auf die SIM speichern oder ins Ger\u00e4t selber. Norbert gibt es keinen, weder noch. Computer sind furchtbar logisch und ganz emotionslos, bei Frauen ist das anders. Wer wei\u00df, wo Norbert wirklich hingeraten ist.<\/p>\n<p>\u201eHast Du ein Backup gemacht?<\/p>\n<p>\u201eDu wei\u00dft, dass das mit diesem Handy nicht geht, ich hab&#8216; kein Datenkabel.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDu k\u00f6nntest ja einfach parallel noch ein Telefonbuch auf Papier f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eNein, wozu? Ich hab\u2019 ja mein Handy.\u201c<\/p>\n<p>*seufz*<\/p>\n<p>Dabei ist die beste aller Ehefrauen da in guter Gesellschaft. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Nutzer von digitalen Ger\u00e4ten hat das Konzept von Daten und deren Nutzung und wieso das bei analog anders ist als bei digital, noch nicht verstanden. Und wenn es um die Sicherung dieser Daten geht, ist es endg\u00fcltig aus mit dem Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Dass dabei der Begriff \u201eSicherheit\u201c bei digitalen Daten in distinktiv unterschiedliche Bereiche zerf\u00e4llt, verwirrt dann keinen Laien mehr,\u00a0 so weit kommt er erst gar nicht.<\/p>\n<p>Der (damalige) Vorsitzende der deutschen Piratenpartei hat in der ZEIT 44\/2009 unter anderem auch zu diesem Thema ein\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2009\/44\/Interview-Piratenpartei\" target=\"_blank\">Interview<\/a> gegeben.\u00a0<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jens_Seipenbusch\" target=\"_blank\">Jens Seipenbusch<\/a><a href=\"http:\/\/de.wikinews.org\/wiki\/Deutsche_Piratenpartei_gr%C3%BCndete_sich_in_Berlin\"><\/a> sieht \u00fcberhaupt nicht wie ein Nerd aus<a href=\"http:\/\/de.wikinews.org\/wiki\/Deutsche_Piratenpartei_gr%C3%BCndete_sich_in_Berlin\"><\/a>, sagt aber recht kluge Sachen. Zum Beispiel, dass dem durchschnittlichen User v\u00f6llig das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr fehlt, wie Daten heute gehandhabt werden.<\/p>\n<p>Die Piraten sind \u00fcberhaupt wert, dass man sich das genauer anh\u00f6rt, was sie so sagen. Die fordern ja nicht nur das freie Filesharing, obwohl sich da die Medien darauf aufh\u00e4ngen, sondern zuerst und vor allem die Umkehrung des Prinzips \u201egl\u00e4serner Mensch\u201c zum Konzept \u201egl\u00e4serner Staat\u201c. Will hei\u00dfen, jeder von uns sollte ein reales Problembewusstsein haben daf\u00fcr, was f\u00fcr Daten \u00fcber ihn oder sie genau wo gespeichert sind, und unter welchen Umst\u00e4nden sie vernetzt werden k\u00f6nnen.\u00a0 Und daf\u00fcr sollen auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Weil zum Beispiel die Schufa \u00fcber Sie Daten sammeln kann, die die Einstellung Ihrer Bank zu Ihrer Kreditf\u00e4higkeit deutlich beeinflussen, aber Sie haben deshalb noch lange kein Recht, in diese Daten Einsicht zu nehmen und etwa allf\u00e4llige \u2013 horribile dictu! \u2013 Fehler zu korrigieren.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrden Sie sagen, zum Beispiel, wenn Ihnen beim n\u00e4chsten Bankbesuch Ihr Betreuer mitteilt, man habe Ihren \u00dcberzeihungsrahmen deutlich gek\u00fcrzt? Ihr Betreuer wird etwas von Krise murmeln und Basel Zwei und dass Kreditrichtlinien jetzt strenger gehandhabt w\u00fcrden. Aber in Wirklichkeit hat eine Software einfach Daten \u00fcber sie gesammelt. Zum Beispiel, dass Sie Ihre Gas- und Stromrechnung immer erst am letzten Stichtag oder ein paar Tage sp\u00e4ter einzahlen (weil da das Mahnprogramm nicht so schnell greift, machen wir doch alle). Daneben wei\u00df die Software noch, dass Sie viel bei Hofer einkaufen und das noch eher billig, dass Ihre Leberwerte schlecht sind, dass Sie Steuerschulden haben und dass gegen Sie zwei Mahnklagen laufen. Dass die Steuerschulden ordentlich gestundet sind und dass Sie die Mahnklagen h\u00f6chstwahrscheinlich gewinnen werden, weil sie v\u00f6llig ungerechtfertigt sind, wei\u00df es nicht, das Programm, so schlau hat es der Programmierer nicht machen k\u00f6nnen. Egal: Es reicht, Sie um eine Risikoklasse h\u00f6her zu stufen, und schon ist der \u00dcberziehungsrahmen futsch.<\/p>\n<p>Und sie k\u00f6nnen \u00fcberhaupt nix tun. *BTDTBT*<\/p>\n<p>Ja, solche Programme gibt es schon, und sie werden auch eingesetzt. Und das ist ja nur ein Beispiel daf\u00fcr, wo alles Daten \u00fcber uns liegen, und was man alles damit anstellen kann, Unerfreuliches. Bislang war so etwas nur Background f\u00fcr Hollywoodthriller, aber was nicht schon jetzt m\u00f6glich ist, wird es sp\u00e4testens in ein paar Jahren sein.<\/p>\n<p>Es ist schon bezeichnend, dass die Gr\u00fcnen, die es immerhin geschafft haben, \u00f6kologische Fakten und daraus resultierende Notwendigkeiten ins politische Bewusstsein zu bringen, bei der Problematik der IT v\u00f6llig versagen. Sie sind ja in Wirklichkeit doch nur arrivierte Apo-Opas, die genau so verspie\u00dfern wie alle anderen auch. Oder kennen Sie einen bekennenden Nerd in einer europ\u00e4ischen gr\u00fcnen Partei? Na eben. Die deutschen Parteispitzen Claudia Roth und Cem \u00d6zdemir haben zwar im Bundestagswahlkampf fleissig getwittert, geblogt und sich auf Facebook ausgebreitet, aber auch nur deshalb, weil Barack Obama es auch so gemacht hat. \u201eWir m\u00fcssen ins Internet.\u201c \u201eWieso?\u201c \u201eWei\u00df ich nicht. Aber alle anderen machen es auch.\u201c Na bitte. Vor allem manche <a href=\"http:\/\/twitter.com\/Gruene_Claudia\/status\/2067944646\">Twittermeldungen<\/a> waren richtig s\u00fc\u00df peinlich.<\/p>\n<p>Von Frau Glawischiwaschi wollen wir hier erst gar nicht reden.<\/p>\n<p>Was mein Kollege Martin Blumenau vom Sender FM4 in seinem Blog, etwa <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1629451\/\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1629916\/\">hier<\/a>, \u00fcber das Bewusstsein in \u00d6sterreich zum Thema Daten, Vernetzung und Sch\u00f6ne Neue Digitale Welt schim^W berichtet, kann nahtlos auf ganz Europa \u00fcbertragen werden. Es herrscht absolut Null Bewusstsein (geschweige denn detaillierte Kenntnis) in der gesamten politischen Klasse dar\u00fcber, was die Digitalisierung aller unserer Daten tats\u00e4chlich f\u00fcr unsere Gesellschaft in der n\u00e4heren und weiteren Zukunft bringen wird und bringen k\u00f6nnte, und welche politischen Aktionen daraus resultieren sollten.<\/p>\n<p>Dass sich die Nerds da zu einer eigenen Partei zusammenschlie\u00dfen, ist irgendwie verst\u00e4ndlich, niemand wei\u00df schlie\u00dflich besser als sie, was wirklich abgeht. Dass sie kaum wer tats\u00e4chlich versteht (und sich alle daher am einzigen Programmpunkt, den sie zu verstehen glauben, n\u00e4mlich dem Filesharing, aufh\u00e4ngen), steht auf einem anderen Blatt. Ungeschickt, wie Nerds nun einmal sind, bringen sie es auch nur sehr schwer r\u00fcber.<\/p>\n<p>Dabei hat das Seipenbusch in seinem ZEIT-Interview wunderbar herausgearbeitet. Digitale Daten sind n\u00e4mlich nicht nur \u00fcberall und vernetzt, sondern auch fl\u00fcchtig. So wie bei der besten aller Ehefrauen: Erst war Norbert noch da, schon ist er weg. Spurlos.<\/p>\n<p>Ich weiss, die digitale <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/IT-Forensik\">Forensik<\/a> kann viel, das kann man sogar <a href=\"http:\/\/www.tecchannel.de\/sicherheit\/news\/2019761\/masterstudiengang_digitale_forensik_computerforensik\/\">studieren<\/a> *staun*, aber wenn die Daten futsch sind, sind sie futsch. Zum Beispiel gel\u00f6scht und dann mit was anderem \u00fcberschrieben. Oder einfach nur falsch abgespeichert.<\/p>\n<p>Die alte, schon deutlich vergilbte Photographie meines Urgro\u00dfvaters wurde vor dem ersten Weltkrieg gemacht und ist damit rund hundert Jahre alt, aber abgesehen davon dass sie schwarzwei\u00df ist, kann sie alles, was so ein Bild k\u00f6nnen muss. Was man zum Beispiel von den Bildern meiner Kinder auf meiner Festplatte nicht sagen kann. In so einer .jpg-Dateien lagern ja nur Formeln, nach denen dann das Bildprogramm erst das Bild errechnet. Das heisst, die Daten m\u00fcssen nicht nur per se gesichert sein (Sie wissen ja: klassisches Datenbackup, mehrfach, physisch getrennte Tr\u00e4ger, verschiedene Orte, mit system restore und inkrementeller history, blahfasel), ich mu\u00df auch noch das entsprechende Programm dazu mitsichern, denn wer wei\u00df schon, wie lange der .jpg-Standard backward compatible bleibt, also ab wann man alte .jpg-Bilder nicht mehr so ohne Weiteres mit jedem Reader wird \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Und auch gleich noch das Betriebssystem, unter dem der Reader l\u00e4uft. Und auch die Hardware, weil wer wei\u00df wie lange klassische 16-bit-Software noch auf g\u00e4ngigen Umgebungen laufen wird.<\/p>\n<p>Und das ganze auch noch hundert Jahre lang, ohne weitere Investitionen, bitte, einfach in den Kasten legen und fertig. Na, ich bin ja neugierig, was meine Erben in hundert Jahren mit meinem Stick und den darauf gespeicherten Bildern von (dann) Opa und Oma in der Kindheit anfangen werden, aber so einfach wie beim Bild von meinem Uropa selig wird\u2019s nicht werden, das trau\u2019 ich mich jetzt einmal zu behaupten.<\/p>\n<p>Das Bewusstsein, wie fl\u00fcchtig elektronische Daten sind, ist (wenn \u00fcberhaupt m\u00f6glich) noch geringer als jenes dar\u00fcber, was mit Daten alles f\u00fcr Schweinereien getrieben werden k\u00f6nnen. Deshalb fordert Piratenvorsitzender Leng auch deutlich ein (ich zitier\u2019 jetzt noch einmal aus dem Ged\u00e4chtnis) \u201ev\u00f6llig neues Bewusstsein\u201c bei \u201eder grossen Mehrheit der Bev\u00f6lkerung\u201c \u00fcber die tats\u00e4chliche Bedeutung von Vernetzung und damit ubiquit\u00e4rem Zugriff sowie der tats\u00e4chlichen Volatilit\u00e4t digitaler Daten, sowohl was Missbrauch als auch Fl\u00fcchtigkeit oder einfach nur menschliche Schlamperei betrifft, und was das f\u00fcr den demokratischen Staat im 21. Jahrhundert bedeutet.<\/p>\n<p>Mmh. Sehr sch\u00f6n. Beeindruckt richtig ich war. Wie das zustande kommen soll, wollte oder konnte allerdings auch Herr Leng nicht sagen, vielleicht hat das auch der ZEIT-Redakteur zu fragen vergessen. Ist ja egal, so wie\u2019s aussieht werden wir noch \u00f6fters die Gelegenheit haben, \u00fcber dieses Thema nachzudenken. Und das mit dem Bewusstsein wird halt noch ein bisserl dauern.<\/p>\n<p>Zum Beispiel dar\u00fcber, dass es nicht ausreicht, alle Telefonnummern in seinem Mobiltelefon gespeichert zu haben, selbst wenn sie dann auch tats\u00e4chlich drin sind, weil das bl\u00f6de Ding ja nicht nur verloren gehen oder geklaut werden kann, sondern auch einfach eines Tages seinen Geist aufgeben wird. (Ja, ich wei\u00df, die Dinger leben meist viel l\u00e4nger als ihr marketingtechnischer Produktzyklus. Aber tragf\u00e4hige Backupstrategie ist das trotzdem keine.)<\/p>\n<p>Derzeit ist eher die Gegenbewegung im Gang, denn die DAU dieser Welt gehen mit ihren Daten um, als g\u00e4be es kein Morgen. Man speichert seine Daten zur G\u00e4nze *sch\u00fcttel* in irgendeiner digitalen Wolke, sprich $irgendwo auf $irgendeinem Server. Und wer da noch Zugriff drauf hat oder haben k\u00f6nnte, schert sowieso keinen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel die US-Regierung, wenn der Server in den USA steht, was bei iDisk &amp; Co eher die Regel als die Ausnahme sein d\u00fcrfte. Also wundern Sie sich bitte nicht, wenn bei Ihrem n\u00e4chsten USA-Besuch der Beamte der Einwanderungsbeh\u00f6rde Sie besonders kritisch mustert, weil Sie Emails aus arabischen L\u00e4ndern bekommen, zum Beispiel.<\/p>\n<p>Nicht lachen: Meine Schwester ist in \u00c4gypten verheiratet. Ihr Sohn aus erster Ehe mit einem Franzosen ist Assistent f\u00fcr digitale Kryptographie an der NYU und lehrt derzeit in Tokio. Fragen Sie mal den, was ihm die US-Einwanderungsbeh\u00f6rde, trotz EU-Pass&#8216;, jedes Mal f\u00fcr Schwierigkeiten macht, und warum. (OK, der Junge ist nicht nur ein Nerd, er sieht auch noch so aus und benimmt sich auch so, aber er tr\u00e4gt nicht einmal einen Bart. \u00c4gypten reicht schon. Und seine Mutter hat ihm von dort auch noch regelm\u00e4\u00dfig Geld geschickt, f\u00fcr\u2019s Studium. H\u00f6chst verd\u00e4chtig.)<\/p>\n<p>Aber das ist den Leuten offenbar alles v\u00f6llig wurscht. Dabei sind diese Cloud Computing Arrangements ja nicht einmal per se \u201esicher\u201c, sprich: Die Daten k\u00f6nnen auch so einfach hops gehen. Sch\u00f6nes Detail am Rande: Das Unternehmen, an das Mickeysoft das Cloud Computing Service \u201eSidekick\u201c f\u00fcr US-Kunden des Timob ausgelagert hat, heisst Danger. Das sind die Jungs, von denen es eine Zeit lang hie\u00df, sie h\u00e4tten alle Daten ihrer Kunden einfach <a href=\"http:\/\/www.engadget.com\/2009\/10\/10\/t-mobile-we-probably-lost-all-your-sidekick-data\/\">versenkt<\/a>.\u00a0 Inzwischen ist angeblich davon wieder was aufgetaucht (sprich: Der admin hat ein tape gefunden) aber ein recover bleibt weiterhin h\u00f6chst fraglich (sprich: Das tape l\u00e4sst sich bislang nicht initialisieren.)<\/p>\n<p>Und bevor die Apple Fanboys p\u00f6ppelwitzig werden: In Cupertino kann man das auch. Und zwar gleich per Betriebssystem. Wer\u2019s nicht glaubt, kann es ja <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/2\/hi\/technology\/8304229.stm\">hier<\/a> nachlesen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sich noch weiter alterieren. Zum Beispiel dar\u00fcber, wie man der supranationalen Vernetzung mit supranationalen politischen Initiativen gerecht werden k\u00f6nnte. Oder wie man sowas in nationales Recht umsetzen k\u00f6nnte, und ob das \u00fcberhaupt geht. Und wie weit eine Familienministerin davon \u00fcberhaupt etwas verstehen muss, bevor sie bescheuerte Gesetzesantr\u00e4ge vorlegen darf. Zum Beispiel. Aber Onkel Schwesterwelle wird das ja jetzt alles richten, zumindest steht das so in seinem Parteiprogramm. Ach so, er kann nicht Englisch. Wurscht, muss man ja heutzutage nicht.<\/p>\n<p>Ich schweife ab, ich bitte um Verzeihung, aber manchmal geht es mit mir durch.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auch einfach dar\u00fcber nachdenken, wie lange pers\u00f6nliche Daten im Netz gespeichert werden, zum Beispiel, und was das f\u00fcr Folgen haben k\u00f6nnte. Wer wei\u00df schon, wie peinlich es unseren Kindern einmal sein wird, wenn sie drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter immer noch nachlesen k\u00f6nnen, auf wen sie mit f\u00fcnfzehn soooo gestanden sind, und was da alles an scheinbaren Intimas hervorquoll. Vielleicht wird es ihnen auch nicht peinlich sein. Vielleicht wird die Gesellschaft gelernt haben, mit der digitalen Revolution ebenso umzugehen wie mit der weltweiten Ver\u00f6ffentlichung privater Tageb\u00fccher, wird sich neue politische, juristische und gesellschaftliche Regeln erstellt haben, um mit dem Paradigmenwechsel demokratisch umgehen zu k\u00f6nnen. Vielleicht f\u00e4rbt ja die digitale Basisdemokratie der Nerds tats\u00e4chlich ab. *aufwach*<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit werde ich, glaube ich, der besten aller Ehefrauen einen Eierf\u00f6n kaufen. Und selber f\u00fcr das entsprechende rsync sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Vormittag \u2013 ich sitze gerade an der Tastatur und arbeite still und bescheiden vor mich hin \u2013 st\u00fcrmt die beste aller Ehefrauen, sichtlich erbost, in mein Arbeitszimmer und h\u00e4lt mir anklagend ihr Mobiltelefon hin. 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