{"id":109,"date":"2011-06-13T17:06:03","date_gmt":"2011-06-13T17:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/weblog.igler.at\/blog\/?p=109"},"modified":"2011-06-13T17:06:03","modified_gmt":"2011-06-13T17:06:03","slug":"na-na-na-na-na-na-oder-warum-das-mit-der-musikindustrie-moglicherweise-so-ist-wie-es-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/weblog.igler.at\/?p=109","title":{"rendered":"Na na na na na na oder Warum das mit der Musikindustrie m\u00f6glicherweise so ist, wie es ist."},"content":{"rendered":"<p>Im vergangenen November las ich in <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/\" target=\"_blank\">wired magazine<\/a> (cooler site!) einen Artikel zum Thema <a href=\"http:\/\/www.wired.com\/magazine\/2010\/11\/st_essay_nofreebird\/\" target=\"_blank\">Musikdownloads<\/a>. Darin argumentiert Autor Paul Boutin, dass es ab sofort eigentlich unmoralisch w\u00e4re, weiterhin Musik gratis aus dem Netz herunter zu laden. Als Begr\u00fcndung gab er an, wir h\u00e4tten gewonnen. Den Krieg mit der Musikindustrie, n\u00e4mlich. Schlie\u00dflich g\u00e4be es heute jede Musik zum Kaufen, billigst, 99 Cent per Song, bei Apple oder Amazon, ganz ohne DRM oder sonstigen digitalen Eiterbeulen, damit finanziert sich kein Musikboss mehr den neuen Jaguar. Und es sei eigentlich unmoralisch, so Boutin, nicht einmal einen lumpigen Dollar f\u00fcr einen Song zu bezahlen, der einem so gef\u00e4llt, dass man ihn tats\u00e4chlich aus dem Netz ziehen und auf seinen iPod laden will, schlie\u00dflich wolle so ein K\u00fcnstler oder eine K\u00fcnstlerin auch was verdienen. Und wir w\u00e4ren doch, als der gro\u00dfe Downloadboom aus dem Netz begann, ja nur erbost auf die Herren in den dunklen Anz\u00fcgen in den oberen Etagen gewesen, \u201ethe boys upstairs\u201c, wie sie Tom Petty in \u201eThe Last DJ\u201c nennt. Und da wir diese ja nun besiegt h\u00e4tten und es \u00fcberall billigst DRM-freie Musik zum legalen Download g\u00e4be, sei Klauen, auch in digitaler Form, eigentlich pfui.<\/p>\n<p>So was trifft mich, schlie\u00dflich schreibe ich <a href=\"http:\/\/www.albinschwarz.com\" target=\"_blank\">B\u00fccher<\/a> und beziehe daf\u00fcr auch Tantiemen. Gewissen und professionelle Selbstachtung mahnen zur Solidarit\u00e4t, also nahm ich mir die Angelegenheit zu Herzen und erwerbe seither meine Downloads im iStore, oder wie das Dingens heisst.<\/p>\n<p>So etwas kann einem das warme Gef\u00fchl geben, wieder einmal das Richtige zu tun und damit im Einklang mit sich und der Welt im Hier und Jetzt zu sein.<\/p>\n<p>Wenn es denn so einfach w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ich habe einen eklektischen Geschmack und stehe auf die<a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Steve_Miller_Band\" target=\"_blank\"> Steve Miller Band<\/a>, ein kalifornischer Haufen aus den sp\u00e4ten Sechzigern, der eine Reihe von klassischen Pop-Rock-Gasssenhauern \u2013 egal, ich muss hier nicht meinen Musikgeschmack argumentieren. Ich will also eine bestimmte LP von denen erwerben.<\/p>\n<p>Mein iTunes Store hat diese LP nicht. Er hat zwar jede Menge von der Steve Miller Band, aber just das, was ich will, hat er nicht. Und Amazon hat es auch nicht im Download.<\/p>\n<p>Tante Gurgel, die allwissende M\u00fcllhalde, die ich daraufhin mit \u201eSteve Miller Band\u201c und dem Titel der LP sowie dem magischen Wort \u201edownload\u201c f\u00fcttere, belehrt mich, dass es diese LP sehr wohl als Download gibt, bei iTunes ebenso wie bei Amazon. Nur,\u00a0 wie ich nach wenigen Klicks erfahren darf, nur in den USA. \u201eThis title is not available in your country\u201c. Nicht mal \u201eleider\u201c steht dort. Und eine Begr\u00fcndung schon gar nicht. Schmecks.<\/p>\n<p>Ich habe eine volle Woche damit verbracht, diese \u201e\u00a7$%&amp;\/()! LP legal per Download zu erwerben, aber das einzige, was ich fand, war ein obskurer Website, der als Impressum nur einen .ru-eMail-Kontakt anbot, daf\u00fcr aber nicht einmal Paypal hatte, dort wollte ich meine Kreditkartendetails dann doch nicht lassen. Und das war\u2019s dann. Gegen 39 Eumels bot mir Amazon eine echte LP an (vielleicht zum selber digitalisieren, per <a href=\"http:\/\/audacity.sourceforge.net\/\" target=\"_blank\">Audacity<\/a>?) und f\u00fcr 29 Eumels eine CD, Lieferzeit irgendwann. Nein, das war es nicht, was ich wollte. *grmbl*<\/p>\n<p>Heute Nachmittag habe ich entnervt <a href=\"http:\/\/www.bittorrent.com\/intl\/de\/\" target=\"_blank\">BitTorrent<\/a> angeworfen und innerhalb von zehn Minuten das gew\u00fcnschte auf die Festplatte bekomme, in 320Kbps-Qualit\u00e4t und ohne weitere Probleme.\u00a0 Und nat\u00fcrlich f\u00fcr lau.<\/p>\n<p>Lieber Herr Steve Miller (den gibt\u2019s, der hei\u00dft tats\u00e4chlich so), Sie sollten mal mit Ihrem Management reden, die haben offenbar bis heute nicht wirklich gerafft, was tats\u00e4chlich abgeht.<\/p>\n<p>Oder so \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Und denen von wired magazine sollte man eigentlich auch ein erbostes Lesermail schreiben, allerdings ist das jetzt auch schon wieder eine Weile her, au\u00dferdem\u00a0<a href=\"http:\/\/www.timeisonourside.com\/SOYesterdays.html\" target=\"_blank\">\u201eWho Wants Yesterday\u2019s Papers?\u201c<\/a> Also wird man auch das bleiben lassen.<\/p>\n<p>Und wieder nix mit gutem Gef\u00fchl und Einklang mit dem Karma.<\/p>\n<p>Aber warum es der Musikindustrie nicht so gut geht, das ist mir schon klar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im vergangenen November las ich in wired magazine (cooler site!) einen Artikel zum Thema Musikdownloads. Darin argumentiert Autor Paul Boutin, dass es ab sofort eigentlich unmoralisch w\u00e4re, weiterhin Musik gratis aus dem Netz herunter zu laden. Als Begr\u00fcndung gab er an, wir h\u00e4tten gewonnen. Den Krieg mit der Musikindustrie, n\u00e4mlich. 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